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Sabine Koller, Uhrmachermeisterin in Nürtingen-Wolfschlugen
Sabine Koller
Uhrmachermeisterin
Nürtinger Str. 28
72649 Wolfschlugen
Tel.: 07022 25 45 60Mobil: 01512 61 753 68
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    Kleinuhren

    besser bekannt als: Taschen- oder Armbanduhren 

    Taschenuhren

    Eine Taschenuhr (synonym Sackuhr) ist eine Uhr, die an einer Kette in einer Hosen- oder Jackentasche (sog. Fracktaschenuhr) getragen wird. Damen trugen Taschenuhren oftmals auch an einer Kette um den Hals oder an der Taille.

    Taschenuhren sind heute weitgehend aus der Mode gekommen und durch Armbanduhren ersetzt worden.

    Die Entwicklung von Taschenuhren wurde möglich, nachdem im frühen 15. Jahrhundert der Federantrieb erfunden wurde. Die älteste erhaltene Uhr mit Federantrieb (und der zugehörigen Schnecke als Gangregulierung) stammt von circa 1430 und wird als Uhr Philips des Guten von Burgund im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg aufbewahrt. Bis zu dieser Zeit wurden mechanische Uhren ausschließlich durch Gewichte betrieben.

    Peter Henlein (um 1479–1542) aus Nürnberg hat um 1511 diesen Federantrieb in Verbindung mit einem Hemmmechanismus der Federbremse als einer der ersten deutschsprachigen Hersteller in eine tragbare Uhr eingebaut. So konnte er diese auf Taschengröße verkleinern. Diese Taschenuhr hat die Form einer Dose und wurde wohl in einem Beutel getragen. Ein Exemplar findet sich z. B. im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Die „Erfindung“ wurde lange Peter Henlein aus Nürnberg zugeschrieben (um 1504/1509), heute tendiert die Forschung jedoch dazu, eine länger anhaltende Entwicklung anzunehmen; seine Uhren gehören jedoch zu den ältesten erhaltenen Exemplaren. Peter Henleins Beitrag hierzu wird spekulativ verschiedentlich angenommen als Erfinder des Stackfreed. Den Namen Nürnberger Ei haben diese Uhren jedoch nicht, wie noch immer fälschlicherweise behauptet wird, aufgrund ihrer Eiform. Der Name ist vielmehr eine Verballhornung von „Aeurlein“, also Ührlein. Sicher ist jedoch, dass Süddeutschland, vor allem die beiden bedeutenden Handelsstädte Nürnberg und Augsburg, ein Zentrum der frühen Uhrmacherkunst war.

    Die älteste Darstellung einer am Körper tragbaren Uhr findet sich auf dem Gemälde Der Kaufmann Georg Gisze von Hans Holbein d. J. (1532). Diese Dosenuhren wurden in der Frühzeit vor allem in Süddeutschland, aber auch in Frankreich und wohl in Italien hergestellt. Aus diesen Dosenuhren – die wohl in Beuteln getragen wurden – entstanden zunächst tragbare Halsuhren, die an einer Kette oder Band um den Hals getragen wurden (ab 1530/40). Frühe tragbare Uhren hatten Unrasthemmungen (entweder als Radunrast oder als Löffelunrast). Aufgrund der daraus resultierenden Gangungenauigkeit waren sie durchwegs nur mit einem Zeiger (Stundenzeiger) ausgestattet. Erst ab der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die ersten Taschenuhren mit Spindelhemmung hergestellt und dann auch mit einem Minutenzeiger ausgestattet. Exemplare aus dem 16. Jahrhundert sind sehr selten und nur in bedeutenden Uhrensammlungen zu finden.

    Die meisten älteren Taschenuhren (man schätzt über 80 %) sind unsigniert, da das Anbringen von Firmennamen und Firmenlogos bis ins 19. Jahrhundert unüblich war. Sie können heute oft nur aufgrund spezifischer Bauarten oder Gravuren bestimmten Manufakturen zugeordnet werden.

    Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts setzte die industrielle Herstellung von Taschenuhren ein. Auch wenn dadurch die Preise sanken und somit nicht mehr nur die wohlhabendsten Schichten eine Taschenuhr anschaffen konnten, blieb eine sie nach wie vor ein Statussymbol. Solide Uhren mit Silbergehäuse waren nun auch beim Bürgertum und bei wohlhabenden Bauern weit verbreitet, goldene Uhren mit besonders aufwendigen Werken ein Luxusgegenstand für Reiche. In der Zeit um 1900 erreichte die Taschenuhrenproduktion ihren Höhepunkt und aus dieser Zeit stammen auch die meisten heute noch erhaltenen Exemplare. Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Taschenuhr zunehmend aus der Mode und die Armbanduhr setzte sich durch.

     

    Armbanduhren

    Eine Armbanduhr ist ein Zeitmessgerät (Uhr), das mit Hilfe eines Bandes (Uhrenarmband) um das Handgelenk getragen wird.

    Tragbare Uhren wurden nachweislich bereits ab dem frühen 15. Jahrhundert zunächst in Form von Taschenuhren gebaut, unter anderem von Peter Henlein. Sie wurden durch die Erfindung der Zugfeder möglich, die den Antrieb und die Unruh (noch mit Drehpendel) als Ersatz für das hängende Pendel als taktgebendes Element erlaubte; dadurch konnten die Uhren auf handliche Größe schrumpfen. Im Jahr 1773 erhielt Christiaan Huygens ein französisches Patent für die Verwendung einer Spiralfeder mit einer Unruh, die er nach einem Vorschlag von Jean de Hautefeuille entwickelt hatte. Abraham Louis Breguet baute die erste Armbanduhr für Caroline Murat im Jahr 1810. Bis ins 20. Jahrhundert herrschte jedoch die Taschenuhr vor.

    Weitere Miniaturisierungen der Uhrwerke ließen die Uhren auf Armbandgröße schrumpfen. Um die Wende des 20. Jahrhunderts wurde es allmählich Mode, die armbanduhrgroßen Damentaschenuhren an Ketten oder Bändern am Handgelenk zu tragen. Diese Mode galt zunächst als „weibisch“ – Herren benutzten zunächst weiterhin die Taschenuhr an der Uhrkette. Diese erwies sich für manche Verwendungen jedoch als unhandlich, zum Beispiel bei Soldaten, die ihre Hände für andere Tätigkeiten frei halten wollen oder bei Piloten, die in ihren damals spärlich mit Bordinstrumenten ausgestatteten Flugzeugen auf eine schnelle und präzise Zeitmessung angewiesen waren. Girard-Perregaux soll, gemäß einer unbelegten Anekdote, ab 1880 eine Serie von Armbanduhren für die deutsche Kriegsmarine produziert haben. Der brasilianische Flugpionier Alberto Santos Dumont ließ sich von dem befreundeten Pariser Uhrmacher Louis Cartier eine Uhr für Flieger bauen, die am Armband getragen wurde.

    Nachdem auch die Offiziere im Ersten Weltkrieg feststellten, dass sich ihre Taschenuhren im Winter und allgemein unter Kampfbedingungen als sehr unpraktisch erwiesen, setzte sich die Armbanduhr beim Militär und schließlich in der zivilen Gesellschaft schnell durch und war bei Kriegsende zum Standard geworden.

    Die erste Automatikuhr (als Armbanduhr mit Pendelschwungmasse) wurde 1923 von John Harwood angefertigt. Harwood wusste offenbar nicht, dass Abraham-Louis Perrelet bereits um 1770 eine Taschenuhr mit Rotor und Wechsler (also beidseitig aufziehend) konstruiert hatte, kurze Zeit später auch Hubert Sarton. Später baute Rolex eine Automatikuhr mit einseitig aufziehendem Rotor und ließ diese patentieren. Eine Automatic bezieht die Energie zum Spannen der Feder aus den Armbewegungen des Trägers.

    Die erste elektronische Armbanduhr mit einem Miniaturquarz als taktgebendem Element wurde vom Centre Electronique Horloger (CEH) in Neuenburg, Schweiz, 1967 vorgestellt und im August 1967 als Chronometer im Observatorium von Neuenburg zertifiziert (IEEE-Meilenstein). Diese Uhr hatte eine klassische, mechanische Zeigeranzeige. In den darauf folgenden Jahren entstand durch die Verdrängung mechanischer Uhren durch Quarzuhren die Quarzkrise, die bis etwa 1985 dauerte.

    Im Jahre 1970 wurde von Peter Petroff der Prototyp der ersten digitalen Armbanduhr mit einer LED-Anzeige entwickelt. Dieser wurde von den Unternehmen Hamilton Watch Company und Electro-Data weiterentwickelt und wurde als Pulsar kommerziell bekannt, weil die Digitalanzeige wegen des hohen Stromverbrauchs nur auf Knopfdruck während ein paar Sekunden ablesbar war.

    Erste Digital-Armbanduhren mit dauernder Flüssigkristallanzeige (LCD) kamen im Zeitraum von 1973 bis 1975 auf den Markt. Die Unternehmen Gruen und Timex in den USA, Nepro und Mondaine in der Schweiz sowie Seiko und Casio mit der Uhr Casiotron (IEEE First-Hand) 1974 in Japan waren die Pioniere. Die dies erstmals ermöglichenden Flüssigkristallanzeigen wurden von den Unternehmen Suwa Seikosha in Japan und Brown, Boveri & Cie. (BBC) in der Schweiz für die Uhrenhersteller Nepro, Mondaine, Casio und Ilixco in USA produziert.

    Heute sind Armbanduhren mit analoger Zeiger- oder digitaler Ziffernanzeige oder in Kombination beider Darstellungsformen verbreitet. Dabei haben sich unterschiedliche Typen entwickelt, die neben der klassischen Zeitanzeige verschiedene Zusatzfunktionen – nicht nur zum alltäglichen Gebrauch, sondern auch aus Schmuck und Prestige – anbieten. Zu denken ist an Fliegerchronographen, Taucheruhren, Sportuhren, Militäruhren und sogenannte Einsatzuhren aller Art. Zudem finden Uhren einer bestimmten Provenienz das Interesse der Kunden, wie zum Beispiel Uhren aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion oder Ostblock-Staaten. Seit neuestem versuchen Smartphone-Hersteller sogenannte Smartwatches zu etablieren, welche die klassischen Funktionen einer Armbanduhr mit den Kommunikationsmöglichkeiten eines Smartphones (E-Mail, SMS etc.) in einem Gerät vereinen.

    Üblicherweise wird eine Armbanduhr am linken Arm getragen. Linkshänder tragen sie auch am rechten Arm.

    (Quelle Wikipedia)  

    Erstellt von TYPO3-Beratung.com, Nürtingen/Wolfschlugen